Füße unterm Tisch

Füße unterm Tisch, KIESECKER | HOESS

Füße unterm Tisch

Ein Esstisch auf einer leeren Bühne. Eine Kleinfamilie. Und ein Publikum, das Tanzenden unter der Leitung von KIESECKER HOESS dabei zuschaut, wie aus diesem heimeligen Bild Probleme und Chancen einer jeden Generation erwachsen. Der Tisch wird bis zum Ende der Vorstellung nicht seinen Platz verlassen, er ist die einzige Konstante einer Geschichte des Wandels. Menschen verlassen die Bühne, repräsentieren Beginn und Ende, Geburt und Tod. Der Tisch bleibt, trägt und erträgt alles.

Ausgehend von eigenen Erlebnissen untersuchen KIESECKER | HOESS mit den choreografischen Mitteln des zeitgenössischen Tanzes, wie Gefühle der Zurückhaltung, Macht, Gemeinschaftlichkeit und Einsamkeit sowohl körperlich erfahrbar gemacht, als auch auf der Bühne erkennbar umgesetzt werden können.

Füße unterm Tisch ist ein Tanzstück in Form eines Familienalbums, bei dem man aber auch hinter die perfekten Schnappschüsse schaut. Machtstrukturen, Zuneigung und Einsamkeit verbinden sich zu bildstarken, physischen Momenten, die das Publikum sowohl an dem Geschehen auf der Bühne teilhaben lassen, sie aber auch zum Hinterfragen ihrer eigenen, persönlichen Historie anregen. Die gesellschaftlichen Strukturen sind feiner geworden, es gibt vielzählige alternative Lebensentwürfe – die Rollen sind weniger vorgefertigt. Neue Probleme der Partner*Innensuche werden radikal sichtbar: Wie fühlt man sich, wenn man sich statt auf einem Date plötzlich mitten in einer Performance befindet? Definiert unsere Herkunft, wo wir hingehen? Können wir uns auflehnen, gegen all die Zeit, die wir an diesem Tisch verbracht haben?